KatS-Zug 5 LM

Unwetter, Waldbrände, Hochwasser, Stromausfälle, das Spektrum der Notfälle wächst und die Häufigkeit   der Ereignisse steigt derzeit nicht zuletzt infolge des Klimawandels enorm an. In vielen Fällen reicht das Potential der heimischen Einsatzkräfte nicht mehr aus, sei es wegen der Größe der betroffenen Regionen oder der lang andauernden Einsätze. Daher wurde ein Netz von überörtlichen Einheiten geschaffen, die im Bedarfsfall in andere Bundesländer und auch ins Ausland ausrücken und vor Ort Unterstützung gewähren.

Das Konzept ist nicht ganz neu, denn bereits 1960 verpflichteten sich 18 Camberger Feuerwehrleute zur Mitarbeit im Katastrophenschutz, der damals allerdings zu Zeiten des „kalten Krieges“ aus anderen Beweggründen vom Bund installiert wurde.

Für überörtliche Hilfeleistungseinsätze unterhalten die hessischen Städte und Gemeinden jeweils einen Katastrophenschutzzug. Das Innenministerium gewährt den Kommunen zur Ausstattung dieser Züge eine erhöhte Förderung für ein Löschfahrzeug LF 10 KatS (Katastrophenschutz) Kürzlich erhielt die Feuerwehr Erbach ein solches Fahrzeug, welches jetzt das Rückgrat des Katastrophenschutzzuges darstellt. In Bad Camberg erfüllt dieser Zug eine weitere Aufgabe: Die Ausbildung der jungen Einsatzkräfte zur Vorbereitung auf die abschließende Prüfung der Grundausbildung (Truppmann Teil 2) Die Ausbildung im Bad Camberger Zug umfasst zum Einen die Lehrinhalte für die Truppmannausbildung, zum Anderen Exkursionen und nicht alltägliche Übungsthemen, welche den Gemeinsinn fördern. So wurden in den letzten Jahren Drei-Tagesübungen u.a.in Worms, Daaden und in der Partnerstadt Bad Sulza durchgeführt. Gemeinsam mit den ortsansässigen Wehren fanden Objektübungen statt. Eine Teileinheit des Zuges war mehrere Tage beim Elbehochwasser in Dresden eingesetzt. Hessische Einheiten versorgten in Nordrhein-Westfalen und in Slowenien die Bevölkerungen mit Strom, nachdem Eisbildung die Strommasten in den betroffenen Gebieten zum Umfallen gebracht hatte. Die Mannschaft des Zuges setzt sich zum Teil aus langjährigen Aktiven, die Spaß an der Sache haben und die trotz Wegfall der Wehrpflicht und der alternativen Freistellung vom Wehrdienst sich weiterhin dem Katastrophenschutz verpflichtet fühlen zusammen und andererseits aus den in der Truppmannausbildung befindlichen jungen Aktiven aller Stadtteilwehren.

Bei Übungen werden die Einsatzfahrzeuge aus gemischten Besatzungen aus allen Wehren gebildet, damit im Einsatzfall in gleicher Weise verfahren werden kann. Jährlich einmal übt der Zug mit der befreundeten Feuerwehr Frankfurt-Enkheim und es findet als Highlight die erwähnte Drei-Tagesübung statt. So wird die Orientierung auf unbekanntem Terrain und die Zusammenarbeit mit fremden Katastrophenschutzeinheiten trainiert.

Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass der Bad Camberger Zug seinen weiblichen und männlichen Aktiven attraktive und realistische Bedingungen bietet und auch die Gemeinschaft bestens funktioniert.


Die Katastrophenschutz-Einsatzzüge der hessischen Städte und Gemeinden wurden vom Land eingerichtet, um bei größeren Schadensfällen überregional helfen zu können. So waren Bad Camberger in Dresden beim Elbehochwasser im Einsatz. Vor Ort, auf unbekanntem Terrain, gilt es dann, mit den Einheimischen zusammen zu arbeiten. Der Bad Camberger Zug, der auch für die Ausbildung der jungen Aktiven aller Stadtteile zuständig ist, unternimmt jährlich eine dreitägige Ausbildungsfahrt und sucht sich im Zielgebiet Feuerwehren, mit denen gemeinsam geübt wird. Damit hat der Bad Camberger Zug ein Alleinstellungsmerkmal, diese Veranstaltungen fördern das taktische Können und die Zusammenarbeit sowohl untereinander als auch und mit unbekannten Mitstreitern, betont der Zugführer und stellvertretende Stadtbrandinspektor Christian Kunz.

In diesem Jahr ging es nach Acht, einem 80-Seelenort der Verbandsgemeinde Vordereifel in der Nähe des Nürburgrings, die Unterbringung erfolgte in einem Gruppenheim mit hervorragender Infrastruktur. Eine Feuerwehrfrau und 20 Männer nahmen einschließlich Küchenteam an der Dreitagesübung teil.

Übungspartner waren die kleine Ortsfeuerwehr Acht, die als Ausrüstung lediglich über einen. Anhänger mit Pumpe und Schläuchen verfügt sowie die Stützpunktfeuerwehr Langenfeld.

Bei den angesetzten Übungen hat man die Fahrzeuge mit gemischten Besatzungen versehen, um das gegenseitige Kennenlernen und miteinander Üben zu fördern.

Übung eins war bereits ein Highlight: Im Besucherbergwerk galt es, eine Person zu retten, die vor einem Feuer im Besucherzentrum geflüchtet und eine Wendeltreppe herabgestürzt war. Das Feuer musste gelöscht werden.

Im zweiten Teil waren Forstarbeiter bei Motorsägearbeiten einen Steilhang hinabgestürzt, auslaufendes Benzin entzündete sich am Auspuff der Säge und setzte einen Waldbrand in Gang, der gelöscht wurde. Parallel dazu erfolgte die Rettung der Personen mittels Schleifkorbtrage und Winde den Steilhang hoch.

Die dritte Übung war mit großem Aufwand von der Langenfelder Wehr organisiert worden. Gleich zwei PKW wurden in ein Waldgebiet gebracht, um einen Unfall darzustellen. Mehrere Personen (Dummies) galt es zu retten.

Die Übungsziele sind jeweils erreicht worden. Als Dankeschön luden die Bad Camberger ihre Kameraden aus der Eifel zu einem gemeinsamen Grillen ein.

Die Übungen stellten hohe Anforderungen an die vorwiegend jungen Aktiven und verliefen zur vollsten Zufriedenheit der Verantwortlichen. Eine Neuauflage im nächsten Jahr ist auf jeden Fall vorgesehen.

 

   

Text und Bilder Helmut Thies

Bilder & Text von Helmut Thies

Täglich werden auf Straße, Schiene und Gewässern tausende Tonnen Gefahrgüter durch Deutschland bewegt. Kommt es zum Austritt von vor allem flüssigen und gasförmigen Stoffen, wird die Feuerwehr alarmiert, die dann die auslaufende Flüssigkeit auffangen und das entstandene Leck schließen soll. Keine leichte Aufgabe, denn Leckagen können durch Undichtigkeiten im Befüllsystem oder durch Unfälle entstehen. Keine Einsatzsituation gleicht der anderen. Vor wenigen Tagen waren die Bad Camberger Wehren stundenlang mit auslaufendem Diesel beschäftigt, da auf dem Raststättengelände ein rangierender LKW den Tank eines anderen Fahrzeugs aufgerissen hatte.

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Bilder & Text von Helmut Thies

Alljährlich üben die Katastrophenschutz-Löschzüge der Städte und Gemeinden Bad Camberg, Selters, Hünfelden, Villmar und Limburg zusammen mit jeweils einem Sanitäts-oder Betreuungszug gemeinsam. Die unter dem Namen „Südkreisübung“ bekannte Veranstaltung fand am Samstag, dem 13. April auf dem Gelände des städtischen Bauhofs statt. In Hessen sind die Kommunen gehalten, jeweils einen Katastrophenschutz-Löschzug zu stellen. Diese Züge dienen dazu, auch in weiter entfernte Schadensgebiete zu fahren, um das dortige Personal in Großschadenslagen zu unterstützen.

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Bilder & Text von Helmut Thies

Der Katastrophenschutz-und Ausbildungszug der Bad Camberger Feuerwehren startete am Freitag, dem 21. September zu seiner diesjährigen Dreitagesübung in den Lahn-Dill-Kreis. Insgesamt 21 Angehörige des Zuges, darunter vier Frauen bezogen am Heisterbacher Weiher in der kreiseigenen Begegnungsstätte Quartier, um von dort aus zum Übungsgelände zu gelangen.

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