Bilder von Benjamin Schädel & Text von Helmut Thies

Kleine Ursache-große Wirkung

Am vergangenen Freitag verlor ein LKW, der das als Gefahrstoff klassifizierte Produkt „Genamin“ geladen hatte, geringe Mengen der Flüssigkeit auf dem Parkplatz der Autobahn-Raststätte Camberg-Ost. Der Fahrer bemerkte den Austritt und alarmierte die Feuerwehr. 

Infolge der festgelegten Alarmordnung entsandte die Leitstelle die Feuerwehren Bad Camberg, Erbach, Oberselters und Würges, die Gefahrgut-Meßgruppe des Landkreises, vier Rettungswagen, DRK OV Bad Camberg, die Notfallseelsorge, die Autobahnpolizei und den Kreisbrandinspektor zur Einsatzstelle. 

„Genamin“ist gesundheitsschädlich bei Verschlucken, giftig bei Einatmen, verursacht schwere Augenschäden und ist ebenfalls giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.

Da eine undichte Armatur des Tankaufliegers defekt und nicht abzudichten war, wurde die auf Chemikalien spezialisierte Werkfeuerwehr Infraserv des Industrieparks Hoechst zu Rate gezogen. Vor Ort eingetroffen entschied der zuständige Leiter der Werkfeuerwehr, den gesamten Inhalt des Fahrzeugs umzupumpen. Entsprechende Fachkräfte und Ausrüstung rückten aus Hoechst an. Die Werkfeuerwehren der chemischen Industrie in Deutschland arbeiten im System „TUIS“ bei der Bekämpfung von Chemieunfällen mit den kommunalen Wehren zusammen, auch schon mehrmals mit den Bad Camberger Wehren.

Nachdem dies abgeschlossen war, stand noch die Beseitigung der ausgelaufenen Menge des Gefahrgutes an, auch wenn diese nur gering war, würden nachhaltige Schäden im Abwassersystem entstehen, da die Mikroorganismen im Wasser nachhaltig geschädigt worden wären. Die Lösung war der Einsatz einer speziellen Kehrmaschine, die die Fläche mit Wasser spült und das Gemisch aufsaugt, damit es ordnungsgemäß entsorgt werden kann. Nach langen Telefonaten konnte die Einsatzleitung vor Ort unter dem stv. Stadtbrandinspektor Christian Kunz zusammen mit der Leitstelle eine Offenbacher Spezialfirma kontaktieren, die dann von der Autobahnmeisterei angefordert wurde und anrückte.

Die Bad Camberger Einsatzkräfte wurden vom DRK Bad Camberg verpflegt und waren von 11 bis 19 Uhr im Einsatz.

 

Die Einsatzkräfte fangen als erste Maßnahme den auslaufenden Gefahrstoff auf und streuen Bindemittel.

Ein zweites Transportfahrzeug der Werkfeuerwehr Infraserv nimmt den Gefahrstoff auf.

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