Bilder und Text von Helmut Thies

Eine Gemeinschaftsübung der Feuerwehren Bad Camberg und Erbach mit dem DRK Bad Camberg forderte von allen Beteiligten hohen Einsatz bei großer körperlicher Belastung. Die angenommene Lage, realitätsnah und authentisch unter der Übungsleitung von Michael Pabst, Sven Held und Marius Meister inszeniert, hatte zum Inhalt, dass während der Bauarbeiten am Dachstuhl des derzeit eingerüsteten Kirchturms bei Umgang mit offenem Feuer eine Verpuffung entstand, die einen Brand nach sich zog. Im Innern des Turmes besichtigte während dessen eine Gruppe Messdiener eine Begehung.
Zwei Bauarbeiter lagen verletzt auf dem Gerüst, einer war vor von der Verpuffung erschreckt und tief auf die schwer zugängliche Grünfläche unterhalb des Turms gestürzt. Die Messdiener konnten sich nur zum Teil retten, zwei wurden vermisst, ebenso einer der Bauarbeiter. Weitere Jungen kamen nicht bis zum Ausgang und lagen hilflos im Kirchenschiff.

Bedingt durch die Bauarbeiten am Turm sowie an der benachbarten Schule stehen Teile der Flächen des alten Schulhofs und der Nordseite wegen Absperrungen und abgestellten Baufahrzeugen nicht zur Verfügung.
Einsatzleiter Alexander Rembser standen 46 Einsatzkräfte der Feuerwehr und 12 vom DRK zur Verfügung. Die Verletzten wurden durch Angehörige der Jugendfeuerwehr und spezielle Übungspuppen dargestellt.
Nach Erkundung der Lage teilte der Einsatzleiter die Kräfte ein. Unter Einsatz von Atemschutz waren die Vermissten innerhalb des Turmes mit Wärmebildkameras aufgespürt und gerettet. Die engen Verhältnisse innerhalb des Turmes führten zu einem hohen Personaleinsatz an dieser Stelle. Im Einsatzverlauf geriet auch ein Atemschutzgeräteträger in einen Notfall, was die Situation noch verschärfte.
Der abgestürzte Bauarbeiter wurde vom DRK versorgt und anschließend in einer so genannten Schleifkorbtrage fixiert und mittels einem an der Drehleiter befestigten Flaschenzug (System Bergrettung) zum Kirchplatz gebracht. Auf der Nordseite galt es, verletzte, gehfähige Arbeiter zu betreuen und über das Baugerüst hinabzuführen. Parallel zu den Rettungsmaßnahmen erfolgte die Brandbekämpfung, die aus nachvollziehbaren Gründen lediglich trocken erfolgte.

Das Hauptproblem in der dicht bebauten Altstadt sind die nicht vorhandenen Aufstellflächen für die Einsatzfahrzeuge. Auch wenn keine Baumaßnahmen durchgeführt werden ist der Schulplatz zumeist vollgeparkt. Das gilt auch für die umliegenden Straßen. Bei der Übung waren zwei Wehren und das DRK eingesetzt. Im Realfall werden weitere Kräfte nachgefordert, auch überörtliche.
Die Übungs-und Einsatzleitung konnte nach dem Lösen aller gestellten Aufgaben den Einsatzkräften ihr Lob aussprechen.


Der Kirchturm der kath. Pfarrkirche ist derzeit eingerüstet und wird es bis zum nächsten Jahr bleiben.


Mittels einer sog. Schleifkorbtrage und einem an der Drehleiter befestigten Flaschenzug wird ein Verletzter in die Höhe transportiert.


An der Nordseite steigen Einsatzkräfte, ausgestattet mit einem Erste-Hilfe-Rucksack über das Baugerüst zu einem Verunfallten auf und geleiten ihn zur Verletztensammelstelle.


Sehr enge Verhältnisse herrschen im Innern des Kirchturms. Verletze auf Tragen müssen von vielen zupackenden Händen über die Geschosse hinuntergereicht werden.


Aktiv in der Einsatzabteilung: Kaplan Dr. Walter Simon.

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